ING Erfahrungen 2026: Test, Kosten und Bewertung
Zuletzt aktualisiert: 20.08.2026
Das ING Geschäftskonto startet mit einer kostenfreien Phase von sechs Monaten, für Gründerinnen und Gründer im ersten Geschäftsjahr sogar zwölf Monaten. Danach greift ein Bestpreis-Modell mit zwei Tarifen, die monatlich rückwirkend automatisch abgerechnet werden. Dieser Test zeigt, wie sich die Kosten nach der Startphase entwickeln, welche Rechtsformen ein Konto eröffnen können und wo die ING im Alltag an ihre Grenzen stößt.
Für wen ist das ING Geschäftskonto geeignet?
Das Konto richtet sich an einen breiten, aber nicht unbegrenzten Kreis von Unternehmen. Selbstständige und Freiberufler, Einzelunternehmer, eingetragene Kaufleute, Gewerbetreibende sowie UG, GmbH, OHG und KG können ein Konto eröffnen. Wer eine GmbH & Co. KG, eine KGaA, eine AG, eine Limited, eine GbR, eine PartG, einen Verein oder eine eG führt, geht bei der ING dagegen leer aus, ebenso Gesellschaften, die sich noch in Gründung befinden.

Unterstützte Rechtsformen im Überblick:
- Selbstständige und Freiberufler, Einzelunternehmer, eingetragene Kaufleute (e.K.), Gewerbetreibende
- UG und GmbH
- OHG und KG
- Nicht unterstützt: GmbH & Co. KG, KGaA, AG, Limited (Ltd.), GbR, PartG
- Nicht unterstützt: eingetragene Vereine (e.V.), Genossenschaften (eG), Gesellschaften in Gründung
Für Freiberufler und kleinere Kapitalgesellschaften mit überschaubarem Buchungsvolumen ist das Konto meist eine passende Wahl, sofern die eigene Rechtsform in der Liste steht. Eine GbR oder eine Gesellschaft in Gründung muss sich von vornherein nach einer anderen Bank umsehen.
Kosten und Konditionen im Überblick
Die ersten sechs Monate sind grundpreis- und transaktionskostenfrei, bei Gründerinnen und Gründern im ersten Geschäftsjahr verlängert sich dieser Zeitraum auf zwölf Monate. Danach rechnet die ING automatisch den günstigeren von zwei Tarifen ab: Tarif S ohne Grundpreis, dafür 0,30 Euro je beleglose Buchung, oder Tarif M mit Grundpreis, dafür nur 0,20 Euro je Buchung. Bei wenigen Buchungen im Monat bleibt Tarif S günstiger. Steigt das Transaktionsvolumen, kippt die Rechnung zugunsten von Tarif M, weil der niedrigere Preis pro Buchung den Grundpreis schnell ausgleicht.

| Posten | Kosten |
|---|---|
| Kontoführung | Ab 0 € (6 bzw. 12 Monate kostenlos, danach individueller Bestpreis) |
| Beleglose Buchung, Tarif S | 0,30 € je Transaktion |
| Beleglose Buchung, Tarif M | 0,20 € je Transaktion |
| Bargeldabhebung in Deutschland | 3× im Monat kostenlos, danach 2,00 € je Abhebung |
| Bargeldabhebung in Fremdwährung | 2,20 % der Abhebungssumme |
| Bargeldeinzahlung | Gebührenpflichtig über die Reisebank |
| Sofortüberweisung | 0 € |
| SWIFT außerhalb des europäischen Zahlungsraums | Aktuell nicht möglich |
Beleghafte Buchungen sind laut Leistungsübersicht nicht Teil des Angebots, wer also noch Papierbelege einreichen will, muss auf eine andere Bank ausweichen oder komplett auf digitale Belegverwaltung umstellen. Bargeld lässt sich zwar einzahlen, aber nur über die Reisebank und gegen Gebühr, eine kostenlose Einzahlungsmöglichkeit gibt es nicht.
Karten und Zahlungsverkehr
Im Konto enthalten ist eine VISA Business Debitkarte ohne Kartenkosten. Zusätzliche Debitkarten für weitere Teammitglieder sind laut aktueller Leistungsübersicht noch nicht möglich, eine klassische Firmenkreditkarte bietet die ING ebenfalls nicht an. Virtuelle Kreditkarten befinden sich laut Anbieter noch in Vorbereitung.
Wer auf Apple Pay oder Google Pay setzt, wird enttäuscht: Beide Wallet-Dienste werden aktuell nicht unterstützt, Zahlungen laufen also klassisch über die physische Karte. Auch ein Lastschrifteinzug ist derzeit nicht möglich, was für Unternehmen mit wiederkehrenden Kundenzahlungen ein spürbarer Einschnitt ist. Auslandsüberweisungen per SWIFT außerhalb des europäischen Zahlungsraums stehen ebenfalls noch nicht zur Verfügung, wer regelmäßig außerhalb der EU zahlt oder Geld empfängt, sollte das vor der Kontoeröffnung einplanen.
Buchhaltung und digitale Verwaltung
Für Unternehmen mit digitaler Buchhaltung bietet die ING eine PSD2-Anbindung an DATEV Unternehmen Online, Lexware Office, Sevdesk und Buchhaltungsbutler. Damit lassen sich Kontobewegungen direkt in die jeweilige Software übernehmen, ohne CSV-Dateien manuell zu exportieren und wieder einzuspielen. Digitale Belegverwaltung und automatische Kategorisierung von Transaktionen sind ebenfalls Teil des Angebots.
Das Konto lässt sich in bis zu fünf Unterkonten aufteilen, etwa für Rücklagen, Umsatzsteuer oder einzelne Projekte. Ein Punkt, den Teams vorher prüfen sollten: Das Online-Banking ist für genau einen Nutzer ausgelegt. Wer mehreren Mitarbeitenden eigene Zugänge mit individuellen Rechten geben will, findet diese Funktion bei der ING aktuell nicht.
Sicherheit und Einlagensicherung
Guthaben auf dem ING Geschäftskonto sind bis 100.000 Euro pro Unternehmen abgesichert. Für Online-Zahlungen kommt 3D-Secure zum Einsatz, der Zugang zum Konto selbst ist über eine Zwei-Faktor-Authentisierung geschützt. Die Kontoeröffnung läuft wahlweise per VideoIdent oder PostIdent, eine SCHUFA-freie Eröffnung bietet die ING nicht an, auch nicht bei einem bestehenden negativen SCHUFA-Eintrag. Eine Eröffnung in einer Filiale ist ebenfalls nicht vorgesehen, die Bank betreibt in Deutschland keine eigenen Geschäftsstellen für dieses Produkt.
Vorteile und Nachteile im Alltag
Im Alltag überzeugt die ING vor allem mit der langen kostenfreien Startphase und der Transparenz des Bestpreis-Modells danach: Wer die eigenen Buchungszahlen kennt, kann vorab ausrechnen, ob Tarif S oder Tarif M günstiger ausfällt. Die Anbindung an vier gängige Buchhaltungsprogramme sowie die fünf Unterkonten sind für Selbstständige und kleinere Kapitalgesellschaften mit digitaler Buchhaltung ein echter Pluspunkt. Ein optionaler Geschäftskredit bis 250.000 Euro rundet das Angebot für wachsende Unternehmen ab.

Auf der anderen Seite fehlen einige Funktionen, die bei jüngeren Neobanken inzwischen Standard sind. Kein Lastschrifteinzug, kein Apple Pay oder Google Pay, keine zusätzlichen Debitkarten für Teammitglieder und nur ein einziger Online-Banking-Zugang schränken das Konto für Unternehmen mit Team oder wiederkehrenden Kundenzahlungen deutlich ein. Auch ein Live-Chat-Support fehlt, Anfragen laufen über Telefon oder ein Kontaktformular.
Vorteile:
- 6 bzw. 12 Monate komplett kostenfrei, danach transparentes Bestpreis-Modell
- PSD2-Anbindung an DATEV, Lexware Office, Sevdesk und Buchhaltungsbutler
- Bis zu 5 Unterkonten und kostenlose VISA Business Debitkarte
- Einlagensicherung bis 100.000 € und optionaler Geschäftskredit bis 250.000 €
Nachteile:
- Kein Lastschrifteinzug und kein SWIFT außerhalb des europäischen Zahlungsraums
- Kein Apple Pay, kein Google Pay, keine zusätzlichen Debitkarten
- Online-Banking auf einen einzigen Nutzer beschränkt
- Kein Live-Chat, kein SCHUFA-freies Konto, keine Filialeröffnung
Ist das ING Geschäftskonto wirklich kostenlos?
Nur zeitlich begrenzt. In den ersten sechs Monaten, bei Gründerinnen und Gründern im ersten Geschäftsjahr in den ersten zwölf Monaten, fallen weder Grundpreis noch Transaktionskosten an. Danach handelt es sich nicht mehr um ein dauerhaft kostenloses Konto, sondern um ein Bestpreis-Modell: Die ING rechnet automatisch den günstigeren der beiden Tarife ab, komplett gebührenfrei ist das Konto langfristig aber nicht.
ING Geschäftskonto eröffnen: So läuft es ab
- Antrag online stellen und Unternehmensdaten sowie Rechtsform angeben
- Identität per VideoIdent oder PostIdent bestätigen, eine SCHUFA-Abfrage ist dabei Teil des Verfahrens
- Unternehmensunterlagen wie Gewerbeanmeldung oder Registerauszug hochladen
- Auf die Prüfung und Freischaltung durch die ING warten
- Nach Freischaltung VISA Business Debitkarte aktivieren und bei Bedarf Unterkonten sowie die PSD2-Anbindung zur Buchhaltungssoftware einrichten
Eine Filiale spielt bei der Eröffnung keine Rolle, der gesamte Prozess läuft online. Wer bereits einen negativen SCHUFA-Eintrag hat, sollte einplanen, dass die ING anders als manche Neobank keine SCHUFA-freie Alternative anbietet.
Das Konto kommt mit einer deutschen IBAN, ein Punkt, der bei manchen jüngeren Neobanken nach wie vor nicht selbstverständlich ist. Wer von einer anderen Bank wechselt, kann außerdem den Kontowechselservice der ING nutzen, der Daueraufträge und hinterlegte Zahlungspartner automatisch überträgt und damit den größten Teil der sonst manuellen Wechselarbeit abnimmt.
Alternativen, wenn ING nicht passt
Wer eine GbR führt, Apple Pay oder Google Pay braucht oder mehrere Online-Banking-Zugänge für ein Team benötigt, findet bei anderen Anbietern oft die passendere Lösung. Ein direkter Vergleich mit N26, ein Vergleich mit Revolut, ein Vergleich mit Qonto und ein Vergleich mit Kontist zeigen, wo die größten Alternativen besser oder schlechter abschneiden. Eine breitere Auswahl bietet der Beitrag Die besten ING-Alternativen, eine Marktübersicht über App-first-Banken der Neobanken-Vergleich sowie der umfassendere Geschäftskonto-Vergleich.
Freiberufler, die die passende Kontoform grundsätzlich einordnen wollen, finden Hintergrund im Beitrag Geschäftskonto für Freiberufler. Wer die steuerliche Seite klären will, findet Details im Beitrag Kleinunternehmerregelung: Vor- und Nachteile. Mehr zur DATEV-Anbindung, die bei der ING bereits enthalten ist, steht im Beitrag DATEV-Schnittstelle erklärt. Eine kompakte Datenübersicht zum Produkt selbst liefert außerdem die Profilseite ING Geschäftskonto im Datenblatt.
Fazit: Lohnt sich ING wirklich?
In unserem aktuellen Datenstand erreicht das ING Geschäftskonto 3,9 von 5 Sternen. Für Selbstständige, Freiberufler und kleinere Kapitalgesellschaften mit digitaler Buchhaltung und überschaubarem Buchungsvolumen ist das Konto eine solide Wahl: lange kostenfreie Startphase, transparentes Bestpreis-Modell danach, Anbindung an vier gängige Buchhaltungsprogramme und bis zu fünf Unterkonten sprechen dafür.
Wer dagegen eine GbR führt, Apple Pay oder Google Pay im Alltag braucht, regelmäßig Lastschriften einziehen will oder ein Team mit mehreren Online-Banking-Zugängen ausstatten muss, stößt bei der ING an klare Grenzen. Hier lohnt sich vorab ein Blick auf die Alternativen, bevor die kostenfreie Startphase verstrichen ist und ein Wechsel mit mehr Aufwand verbunden wäre.
Häufige Fragen zum ING Geschäftskonto
Ist das ING Geschäftskonto wirklich kostenlos?
Nur für 6 bzw. 12 Monate. Danach greift ein Bestpreis-Modell mit Tarif S (0,30 € je Buchung) oder Tarif M (0,20 € je Buchung), je nachdem was für das jeweilige Buchungsvolumen günstiger ist.
Welche Rechtsformen kann ich bei der ING eröffnen?
Selbstständige, Freiberufler, Einzelunternehmer, e.K., Gewerbetreibende, UG, GmbH, OHG und KG. GbR, GmbH & Co. KG, KGaA, AG, Limited, PartG, Vereine, Genossenschaften und Gesellschaften in Gründung werden nicht unterstützt.
Gibt es beim ING Geschäftskonto eine DATEV-Schnittstelle?
Ja. Die ING bietet eine PSD2-Anbindung an DATEV Unternehmen Online sowie an Lexware Office, Sevdesk und Buchhaltungsbutler.
Kann ich beim ING Geschäftskonto mit Apple Pay oder Google Pay zahlen?
Nein, beide Wallet-Dienste werden aktuell nicht unterstützt. Zahlungen laufen über die physische VISA Business Debitkarte.
Ist eine Kontoeröffnung ohne SCHUFA-Prüfung möglich?
Nein. Die ING bietet keine SCHUFA-freie Kontoeröffnung an, auch nicht bei einem bestehenden negativen Eintrag.
Wie sicher sind Einlagen beim ING Geschäftskonto?
Guthaben sind bis 100.000 Euro pro Unternehmen abgesichert. Für Online-Zahlungen kommt zusätzlich 3D-Secure zum Einsatz.
Kann ich mehrere Nutzer für das Online-Banking anlegen?
Nein, das Online-Banking ist aktuell auf einen einzigen Nutzer ausgelegt. Teams mit mehreren Zugängen sollten das vor der Kontoeröffnung berücksichtigen.
Bekomme ich beim ING Geschäftskonto eine deutsche IBAN?
Ja, das Konto läuft standardmäßig mit einer deutschen IBAN. Ein Kontowechselservice überträgt beim Wechsel von einer anderen Bank Daueraufträge und Zahlungspartner automatisch.
Mehr über den Autor:
Max Benz hat einen Master of Science-Abschluss in Betriebswirtschaftslehre von der Technischen Universität Dresden und ist Gründer von geschaeftskonto.io, einer Marke der LBC Finance UG. Er hat schon einige Unternehmen gegründet und Geschäftskonten eröffnet. Sein Wissen darüber teilt er auf geschaeftskonto.io.