Max Benz

Geschäftsführer und Gründer

Max Benz hat einen Master of Science-Abschluss in Betriebswirtschaftslehre von der Technischen Universität Dresden und ist Gründer von geschaeftskonto.io, einer Marke der LBC FInance UG. Er hat schon einige Unternehmen gegründet und Geschäftskonten eröffnet. Sein Wissen darüber teilt er auf geschaeftskonto.io.
Aktualisiert April 2026

Geschäftskonto ohne Verwahrentgelt / Negativzinsen im Test & Vergleich 2026

Verwahrentgelt und Negativzinsen auf Geschäftskonten sind seit dem 27. Juli 2022 weitgehend Geschichte. An diesem Tag hob die EZB den Leitzins an, und die meisten Banken setzten ihr Verwahrentgelt auf 0 Prozent. Wer heute ein Geschäftskonto eröffnet, sollte trotzdem wissen, wie Negativzinsen funktionierten, was das BGH-Urteil vom 4. Februar 2025 für Unternehmen bedeutet und worauf bei der Anbieterwahl zu achten ist.

13 Konten geprüft 07.04.2026 letzte Aktualisierung Autor: Max Benz

Direkte Antwort

FYRST BASE ist in diesem Vergleich die stärkste Empfehlung – bewertet mit 4,5/5 Sternen. Praktisch bei Bargeld und Filialbedarf. Die weiteren Plätze zeigen, welche Konten je nach Rechtsform, Buchungsvolumen und Buchhaltungsanforderung besser passen können.

Vergleichstabelle: Geschäftskonto ohne Verwahrentgelt / Negativzinsen im Test & Vergleich 2026

Alle Konten nach Gesamtbewertung sortiert. Klick auf ein Konto öffnet die Detailbewertung weiter unten.

# Bank / Konto Unsere Bewertung Grundgebühr / Monat DATEV Unterkonten Geeignet für
1
TESTSIEGER 2026
4,5/5
Praktisch bei Bargeld und Filialbedarf
0,00 € Ja, 5 € pro Monat 6 € pro Unterkonto GmbH & UG Zum Review Anbieter
2
BESTE WAHL 2026
3,9/5
Sinnvoll für DATEV-nahe Buchhaltung
9,90 € Ja 10 Freiberufler Zum Review Anbieter
3
EMPFEHLUNG 2026
4,1/5
Praktisch bei Bargeld und Filialbedarf
11 € Nein GmbH & UG Zum Review Anbieter
4
4,5/5
Stark für GmbH, UG und Teams
54,90 € Ja 1 GmbH & UG Zum Review Anbieter
5
3,7/5
Stark für GmbH, UG und Teams
8,00 € Ja 2 GmbH & UG Zum Review Anbieter
6
4,1/5
Sinnvoll für DATEV-nahe Buchhaltung
12,90 € Ja GmbH & UG Zum Review Anbieter
7
3,9/5
Stark für GmbH, UG und Teams
25 € Ja 5 GmbH & UG Zum Review Anbieter
8
3,8/5
Stark für GmbH, UG und Teams
23,99 € Ja 25 GmbH & UG Zum Review Anbieter
9
3,8/5
Sinnvoll für DATEV-nahe Buchhaltung
14.90 € Ja GmbH & UG Zum Review Anbieter
10
4,2/5
Sinnvoll für DATEV-nahe Buchhaltung
24,90 EUR Ja 1 Freiberufler Zum Review Anbieter
11
3,9/5
Praktisch bei Bargeld und Filialbedarf
25,00 € Ja, für SEPA-Echtzei - GmbH & UG Zum Review Anbieter
12
3,1/5
Praktisch bei Bargeld und Filialbedarf
10 € - Unbegrenzt GmbH & UG Zum Review Anbieter
13
3,4/5
Stark für GmbH, UG und Teams
69 € Ja, inklusive 15 GmbH & UG Zum Review Anbieter

Detaillierte Bewertungen

Stärken, Schwächen und Kerndaten zu jedem Konto auf einen Blick. Erstes Konto ist aufgeklappt.

1 FYRST BASE 4,5/5
Grundgebühr / Monat 0,00 €
Belegl. Buchung 0,19 € nach 50 kostenlosen Buchungen pro Monat
DATEV-Schnittstelle Ja, 5 € pro Monat
Unterkonten 6 € pro Unterkonto
Girocard FYRST Card (Girocard)
Debitkarte FYRST Card Plus (Mastercard Debitkarte)
2 N26 Business Go 3,9/5
Grundgebühr / Monat 9,90 €
Belegl. Buchung 0.00 €
DATEV-Schnittstelle Ja
Unterkonten 10
Girocard -
Debitkarte Mastercard Debit
3 Qonto Basic 4,1/5
Grundgebühr / Monat 11 €
Belegl. Buchung 30/Monat inklusive, danach 0,40 € pro Transaktion
DATEV-Schnittstelle Nein
Unterkonten
Girocard --
Debitkarte One Card (Debit Mastercard Business)
4 Commerzbank PremiumGeschäftskonto Plus 4,5/5
Grundgebühr / Monat 54,90 €
Belegl. Buchung 250 beleglose Buchungen frei pro Monat, ab der 251. Buchung 0,10 € pro Posten
DATEV-Schnittstelle Ja
Unterkonten 1
Girocard Commerzbank Girocard (Debitkarte)
Debitkarte Business Card Premium Debit inklusive
5 Finom Basic 3,7/5
Grundgebühr / Monat 8,00 €
Belegl. Buchung Kostenlose ausgehende SEPA-Überweisungen bis 25.000 € pro Monat, danach 0,03 % pro ausgehender SEPA-Überweisung (max. 150 €).
DATEV-Schnittstelle Ja
Unterkonten 2
Girocard nicht verfügbar
Debitkarte Visa Debitkarte
6 Postbank Business Giro 4,1/5
Grundgebühr / Monat 12,90 €
Belegl. Buchung 0,28 €
DATEV-Schnittstelle Ja
Unterkonten
Girocard Postbank Card (V pay)
Debitkarte Postbank Card (V pay)
7 Kontist Plus 3,9/5
Grundgebühr / Monat 25 €
Belegl. Buchung 100 SEPA-Überweisungen und Lastschriften inklusive, jede weitere 0,25 € pro Transaktion.
DATEV-Schnittstelle Ja
Unterkonten 5
Girocard -
Debitkarte Physische und virtuelle Visa Debitkarte
8 bunq Elite 3,8/5
Grundgebühr / Monat 23,99 €
Belegl. Buchung 0,13 € pro Buchung
DATEV-Schnittstelle Ja
Unterkonten 25
Girocard -
Debitkarte 3 Karten inklusive
9 TARGOBANK Business-Konto Komfort 3,8/5
Grundgebühr / Monat 14.90 €
Belegl. Buchung 30 kostenlose Buchungen, danach 0,15 € pro Buchung
DATEV-Schnittstelle Ja
Unterkonten
Girocard Girocard ohne Kontaktlos-Funktion inklusive, mit Kontaktlos-Funktion 10,00 € / Jahr
Debitkarte Business-Debitkarte (Visa Debit)
10 Deutsche Bank Business ClassicKonto 4,2/5
Grundgebühr / Monat 24,90 EUR
Belegl. Buchung 0,20 EUR
DATEV-Schnittstelle Ja
Unterkonten 1
Girocard 2 kostenlose Girocards
Debitkarte Bis zu 2 Deutsche Bank Cards (Debitkarten) inklusive
11 HypoVereinsbank HVB BusinessKonto 4You 3,9/5
Grundgebühr / Monat 25,00 €
Belegl. Buchung 0,40 €
DATEV-Schnittstelle Ja, für SEPA-Echtzeitüberweisungen über HVB Online Banking oder Mobile Banking App
Unterkonten -
Girocard Girocard
Debitkarte -
12 Revolut Basic 3,1/5
Grundgebühr / Monat 10 €
Belegl. Buchung 10 kostenlose Buchungen, danach 0,20 € pro Buchung
DATEV-Schnittstelle -
Unterkonten Unbegrenzt
Girocard -
Debitkarte Master Debit Card
13 Holvi Business 3,4/5
Grundgebühr / Monat 69 €
Belegl. Buchung Unbegrenzte SEPA-Überweisungen und Lastschriften inklusive.
DATEV-Schnittstelle Ja, inklusive
Unterkonten 15
Girocard keine
Debitkarte 20 virtuelle + 5 klassische Debitkarten

So haben wir bewertet

Unser Ranking basiert auf öffentlichen Preislisten, Produktseiten, App-Bewertungen und eigener Recherche. Kein Anbieter beeinflusst die Reihenfolge.

  • Kosten vollständig erfassen

    Wir addieren Grundgebühr, Buchungsposten, Kartengebühren und Mindestgebühren – nicht nur die Werbe-Headline.

  • Rechtsform-Eignung prüfen

    Nicht jedes Konto akzeptiert GmbH, UG, GbR oder Einzelunternehmer. Wir dokumentieren das explizit.

  • 🔗
    Buchhaltungs-Integrationen

    DATEV, Lexoffice, Sevdesk: Buchungsanbindungen sind für viele Firmen ein zentrales Auswahlkriterium.

  • 👥
    Team & Unterkonten

    Für GmbHs und wachsende Teams zählen Unterkonten, Rollen und Teamkarten oft mehr als die monatliche Grundgebühr.

Die besten Geschäftskonten ohne Verwahrentgelt / Negativzinsen

FYRST

FYRST ist eine Direktbank der Deutsche Bank AG. Das Konto gibt es in drei Modellen (BASE, COMPLETE und PREMIUM) und richtet sich an Kleinunternehmer und Selbstständige, die ein vollwertiges Geschäftskonto mit SEPA-Überweisungen, Lastschriften und Karte benötigen.

Verwahrentgelt: keines. Die Kontoführungsgebühr ist klar ausgewiesen und hängt vom gewählten Modell ab.

N26

N26 bietet ein digitales Konto für Selbstständige und Freelancer ohne Verwahrentgelt. Mit der N26 Business Mastercard und einer übersichtlichen App lässt sich alles vollständig mobil verwalten, ohne eine einzige Filiale aufsuchen zu müssen.

Euro-Überweisungen sind kostenlos. Neben einem kostenlosen Basistarif gibt es kostenpflichtige Premiumoptionen mit Reiseversicherungen und höheren Abhebungslimits.

Qonto

Qonto ist ein Geschäftskonto für Selbstständige und KMUs ohne Verwahrentgelt. Die Plattform integriert Buchhaltung direkt ins Konto und bietet Anbindungen an Datev, Xero und andere Buchführungssysteme.

Mehrere Karten pro Konto sind möglich. Ausgaben lassen sich aus der App heraus kategorisieren. Qonto richtet sich vor allem an Unternehmen, die ihre Finanzverwaltung vollständig digitalisieren wollen.

Commerzbank

Als eine der größten deutschen Banken bietet die Commerzbank Geschäftskonten ohne Verwahrentgelt für Einzelunternehmer und Kapitalgesellschaften. Filialservice und digitales Banking laufen bei ihr parallel.

Für Neukunden gibt es regelmäßig Starterkonditionen. Die genauen Kontoführungsgebühren hängen vom gewählten Modell ab.

Finom

Finom ist ein digitales Geschäftskonto für Selbstständige und kleine Unternehmen ohne Verwahrentgelt. Die Kontoeröffnung läuft vollständig online und ist in wenigen Minuten abgeschlossen.

Neben einem kostenlosen Basisangebot gibt es kostenpflichtige Tarife mit größerem Buchungsvolumen und Buchhaltungsintegration. Belege lassen sich direkt per App erfassen.

Postbank

Die Postbank ist eine etablierte deutsche Bank, die Geschäftskonten ohne Verwahrentgelt anbietet. Das Konto verbindet Online-Banking mit einem breiten Filialnetz über die Deutsche Bank Niederlassungen.

Für Firmen und Selbstständige gibt es verschiedene Kontomodelle, die sich in Buchungsfreiposten und Grundgebühr unterscheiden.

Kontist

Kontist ist ein mobiles Geschäftskonto für Selbstständige und Freelancer ohne Verwahrentgelt. Besonders praktisch ist die automatische Steuerrücklagenberechnung: Die App zeigt direkt an, wie viel vom Umsatz für Einkommensteuer und Umsatzsteuer zurückgelegt werden sollte.

Kontist gibt es kostenlos oder als kostenpflichtige Premium-Variante. Die Premium-Version enthält eine Steuer-Automatik, die Vorauszahlungen direkt verwaltet.

bunq

bunq ist eine niederländische Neobank mit europäischer Banklizenz, die Geschäftskonten ohne Verwahrentgelt anbietet. Kunden erhalten mehrere IBANs in verschiedenen EU-Ländern und können Zahlungen in zahlreichen Währungen abwickeln.

Apple Pay und Google Pay sind dabei. Sofortüberweisungen auch. Die monatliche Gebühr richtet sich nach dem gewählten Tarif.

TARGOBANK

Die TARGOBANK ist eine deutsche Filialbank mit Geschäftskonten ohne Verwahrentgelt. Sie richtet sich vor allem an Selbstständige und Gewerbetreibende, die einen persönlichen Ansprechpartner vor Ort schätzen.

Überweisungen in verschiedenen Währungen sind möglich. Kontoführungsgebühren und Inklusivleistungen stehen in der aktuellen Preisliste.

Deutsche Bank

Die Deutsche Bank bietet Geschäftskonten für Einzelunternehmer und Kapitalgesellschaften ohne Verwahrentgelt. Sie verbindet ein breites Filialnetz mit modernen digitalen Kontofunktionen.

Für Geschäftskunden gibt es verschiedene Kontomodelle, die sich in Buchungsfreiposten, Kartenpaketen und Grundgebühr unterscheiden.

HypoVereinsbank

Die HypoVereinsbank (HVB) erhebt kein Verwahrentgelt auf Geschäftskonten. Sie bietet sowohl online als auch in Filialen Beratung für Gewerbetreibende, Freiberufler und mittelständische Unternehmen.

Die HVB gehört zur UniCredit-Gruppe und ist besonders in Süddeutschland stark vertreten. Kontomodelle und Gebühren lassen sich auf der Website oder in einer Filiale vergleichen.

Revolut

Revolut ist ein britisch-litauisches FinTech mit europäischer Banklizenz und Geschäftskonten ohne Verwahrentgelt. Die App ermöglicht die Verwaltung mehrerer Währungskonten in einer Oberfläche.

Kostenlose virtuelle Karten für Online-Shopping sind inklusive. Für Unternehmen mit viel internationalem Zahlungsverkehr ist der günstige Wechselkurs das stärkste Argument.

Holvi

Holvi bietet Geschäftskonten für Einzelunternehmer, Freiberufler und Vereine ohne Verwahrentgelt. Das Konto kommt mit integrierter Buchhaltung und Belegerfassung direkt aus der App.

Girocard oder Standard-Kreditkarte sind inklusive. Holvi ist in einem günstigen Basistarf und einem Premiumtarif erhältlich.

Was ist Verwahrentgelt?

Verwahrentgelt ist eine Gebühr, die Banken für das Verwahren von Guthaben berechneten. Andere Namen dafür: Negativzinsen, Strafzinsen, Guthabengebühr, Verwahrgebühr. Die Begriffe meinen alle dasselbe. Kunden mit größeren Guthaben mussten zahlen, um ihr Geld bei der Bank zu halten, anstatt Zinsen dafür zu erhalten.

Der Mechanismus geht auf die Niedrigzinspolitik der EZB zurück. Im Juni 2014 führte die Europäische Zentralbank erstmals einen negativen Einlagezins ein: Banken, die überschüssige Liquidität bei der EZB parkten, mussten dafür zahlen statt Zinsen zu erhalten. Viele Banken gaben diese Kosten direkt an ihre Kunden weiter.

Unterhalb des sogenannten Freibetrags waren Guthaben in der Regel ausgenommen. Nur der Betrag, der den Freibetrag überstieg, wurde mit dem Negativzinssatz belastet. Wer also 120.000 Euro auf dem Konto hatte und der Freibetrag bei 100.000 Euro lag, zahlte Verwahrentgelt nur auf die verbleibenden 20.000 Euro.

Warum verlangten Banken Negativzinsen?

Im Juni 2014 senkte die EZB den Einlagezins erstmals unter null. Ziel war, Kreditvergabe und Konsum in der Eurozone anzukurbeln: Banken sollten ihr Geld verleihen statt bei der EZB horten. Im September 2019 erreichte der Einlagezins mit minus 0,5 Prozent seinen tiefsten Stand überhaupt.

Um die entstehenden Kosten zu kompensieren, begannen viele Banken, Verwahrentgelt auf Kundenkonten zu erheben. Gerade Geschäftskunden traf das hart. Während Privatpersonen häufig erst ab 25.000 Euro oder mehr belastet wurden, galt für Unternehmen bei vielen Instituten ein Freibetrag von nur 1 Euro. Wer als Firma ordentlich Geld auf dem Konto hatte, zahlte also von Anfang an.

Auf dem Höhepunkt der Niedrigzinsphase erhoben rund 379 Banken und Sparkassen Verwahrentgelt von Geschäftskunden. Höhe und Freibetrag variierten stark. Manche Banken verdienten nicht schlecht daran.

Das vorläufige Ende der Negativzinsen

Am 27. Juli 2022 erhöhte die EZB den Leitzins um 0,5 Prozentpunkte. Der Einlagezins stieg von minus 0,5 Prozent auf null. Das war das Signal, auf das die meisten Banken gewartet hatten: In den Wochen danach setzten sie ihr Verwahrentgelt auf 0 Prozent.

Allerdings gilt hier eine wichtige Einschränkung. Abgeschafft haben die Banken das Verwahrentgelt damit nicht. Die vertragliche Grundlage steht in vielen AGB-Klauseln weiterhin. Sollte die EZB künftig erneut in den Negativbereich gehen, könnten Banken die Gebühr ohne neue Vertragsänderung wieder aktivieren. Deshalb spricht man zu Recht vom "vorläufigen Ende": Die Möglichkeit besteht formal weiter, auch wenn sie heute nicht genutzt wird.

Wer langfristig auf Nummer sicher gehen will, prüft beim Kontoanbieter, ob Verwahrentgelt-Klauseln aktiv in den AGB enthalten sind oder ob der Anbieter die Gebühr dauerhaft auf 0 Prozent fixiert hat.

BGH-Urteil 2025: Was Geschäftskunden wissen müssen

Am 4. Februar 2025 entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in mehreren Grundsatzurteilen über die Zulässigkeit von Verwahrentgelt-Klauseln. Das Ergebnis ist je nach Kontotyp unterschiedlich, und der Unterschied ist relevant.

Auf Sparkonten und Tagesgeldkonten sind Verwahrentgelt-Klauseln in vielen Fällen unzulässig. Banken dürfen Negativzinsen auf solche Konten nicht einfach per AGB einführen, wenn das Produkt ursprünglich als Sparprodukt vermarktet wurde. Verbraucherzentralen hatten gegen die Klauseln mehrerer Banken geklagt und vor dem BGH weitgehend Recht bekommen.

Auf Girokonten ist die Rechtslage dagegen eine andere. Hier gilt Verwahrentgelt grundsätzlich als zulässig, sofern die Klauseln transparent und verständlich formuliert sind. Eine undurchsichtige oder versteckt eingebettete Klausel bleibt auch bei Girokonten unwirksam.

Für Unternehmen, die in der Vergangenheit Verwahrentgelt auf Sparkonten oder Tagesgeldkonten gezahlt haben, eröffnet das Urteil mögliche Rückforderungsansprüche. Aber Vorsicht: Verjährungsfristen laufen. Ansprüche aus weit zurückliegenden Zeiträumen sind möglicherweise bereits verjährt. Wer das prüfen will, sollte frühzeitig rechtlichen Rat einholen oder sich an eine Verbraucherzentrale wenden.

Wer war von Negativzinsen betroffen?

Sowohl Privat- als auch Geschäftskunden mussten Verwahrentgelt zahlen, sobald ihr Guthaben den jeweiligen Freibetrag überschritt. Geschäftskunden hatten es dabei deutlich schwerer. Banken setzten für Firmenkunden erheblich niedrigere Freibeträge als für Privatpersonen.

Privatpersonen wurden häufig erst ab 25.000 Euro oder mehr zur Kasse gebeten. Für Unternehmen galt bei manchen Instituten ein Freibetrag von 1 Euro. Rund 379 Banken und Sparkassen erhoben laut einer Qonto-Analyse Verwahrentgelt von Geschäftskunden. Heute liegt der Verwahrentgeltsatz bei nahezu allen deutschen Kreditinstituten bei 0 Prozent.

So berechnest du das Verwahrentgelt

Die Berechnung ist geradlinig. Vom Kontostand wird der Freibetrag abgezogen, das Ergebnis mit dem Negativzinssatz multipliziert und durch 100 geteilt. Das Resultat ist der Jahresbetrag.

(Kontostand minus Freibetrag) × Negativzinssatz ÷ 100 = Jahresbetrag

Ein Beispiel: Dein Konto hat 200.000 Euro Guthaben. Der Freibetrag liegt bei 50.000 Euro. Der Negativzinssatz beträgt 0,5 Prozent pro Jahr. Dann zahlst du: (200.000 minus 50.000) × 0,5 ÷ 100 = 750 Euro im Jahr. Auf den Monat heruntergerechnet sind das 62,50 Euro.

So kannst du Verwahrentgelt für dein Geschäftskonto umgehen

Verwahrentgelt liegt bei den meisten Banken heute bei 0 Prozent. Trotzdem bleibt eine Absicherung gegen künftige Negativzinsphasen sinnvoll, besonders wenn du größere Liquiditätsreserven hältst. Es gibt vier bewährte Strategien:

Zur richtigen Bank wechseln

Wechsel zu einem Anbieter, der keine Verwahrentgelt-Klausel in seinen AGB führt oder die Gebühr dauerhaft auf 0 Prozent fixiert hat. Das gibt dir Planungssicherheit, falls die EZB die Zinsen erneut in den negativen Bereich senkt. Alle Anbieter in dieser Übersicht arbeiten aktuell ohne aktives Verwahrentgelt.

Geld auf mehrere Konten aufteilen

Verteile dein Guthaben auf mehrere Konten bei verschiedenen Banken. So bleibst du bei jedem Anbieter unterhalb des jeweiligen Freibetrags. Das klingt aufwendig, ist aber mit zwei oder drei Konten gut handhabbar und schützt dich auch dann, wenn eine Bank den Freibetrag einseitig senkt.

In Tagesgeld oder Festgeld anlegen

Tagesgeld- und Festgeldkonten eignen sich für Guthaben, das kurzfristig nicht gebraucht wird. In der aktuellen Zinswende-Phase bieten viele Direktbanken wieder positive Zinsen auf Tagesgeld, sodass du nicht nur Verwahrentgelt vermeidest, sondern gleichzeitig einen Ertrag auf deine Liquiditätsreserve erzielst.

In Wertpapiere oder ETFs investieren

Guthaben, das mittel- bis langfristig nicht für den laufenden Betrieb gebraucht wird, lässt sich in Aktien, Anleihen oder ETFs investieren. Das bringt Renditechancen und vermeidet Negativzinsen. Allerdings kommt Marktrisiko dazu. Für Unternehmen, die erstmals in Wertpapiere investieren wollen, ist ein Beratungsgespräch mit einer Bank oder einem Finanzberater empfehlenswert.

Häufig gestellte Fragen zum Verwahrentgelt

Was ist der Unterschied zwischen Verwahrentgelt und Negativzinsen?

Zwischen Verwahrentgelt und Negativzinsen gibt es keinen inhaltlichen Unterschied. Beide Begriffe bezeichnen dieselbe Gebühr für das Verwahren von Guthaben. Banken bevorzugen "Verwahrentgelt", weil der Begriff weniger negativ klingt als "Strafzinsen". Weitere synonyme Bezeichnungen sind Guthabengebühr und Verwahrgebühr.

Müssen Geschäftskunden aktuell noch Verwahrentgelt zahlen?

Bei den meisten Banken zahlen Geschäftskunden aktuell kein Verwahrentgelt, weil die EZB im Juli 2022 den Leitzins angehoben hat und nahezu alle Banken die Gebühr seitdem auf 0 Prozent gesetzt haben. Die vertragliche Grundlage in den AGB vieler Banken besteht jedoch weiterhin. Beim Kontowechsel lohnt sich ein Blick in die AGB auf Verwahrentgelt-Klauseln.

Können Unternehmen gezahltes Verwahrentgelt zurückfordern?

Das hängt vom Kontotyp ab. Auf Sparkonten und Tagesgeldkonten hat der BGH am 4. Februar 2025 entschieden, dass Verwahrentgelt-Klauseln in vielen Fällen unzulässig waren, weshalb Rückforderungen grundsätzlich möglich sind. Bei Girokonten ist die Rechtslage weniger eindeutig, da der BGH Negativzinsen dort grundsätzlich als zulässig eingestuft hat. In beiden Fällen laufen Verjährungsfristen, weshalb frühzeitiger Rechtsrat sinnvoll ist.

Ab wann musste man Strafzinsen als Geschäftskunde zahlen?

Der Schwellenwert variierte von Bank zu Bank stark. Bei vielen Kreditinstituten begann das Verwahrentgelt für Geschäftskunden schon ab dem ersten Euro Guthaben. Privatpersonen lagen die Freibeträge dagegen häufig bei 25.000 Euro oder mehr. Der Negativzinssatz selbst betrug im Höchstfall 0,5 Prozent pro Jahr, also genau dem Niveau, das die EZB zwischen September 2019 und Juli 2022 als Einlagezins festgelegt hatte.

Fazit

Verwahrentgelt auf Geschäftskonten ist seit dem EZB-Zinsschritt im Juli 2022 kein akutes Problem mehr. Das BGH-Urteil vom 4. Februar 2025 gibt Unternehmen, die in der Vergangenheit auf Sparkonten oder Tagesgeldkonten Negativzinsen gezahlt haben, eine rechtliche Grundlage für mögliche Rückforderungsansprüche. Für die Kontowahl heute empfiehlt sich ein Anbieter, der keine Verwahrentgelt-Klausel in seinen AGB führt oder die Gebühr dauerhaft auf 0 Prozent fixiert hat.

Häufige Fragen

Welches Geschäftskonto passt am besten zu GmbH oder UG?

Für GmbH und UG sind DATEV-Schnittstelle, Unterkonto-Funktion und Nutzerrollen besonders wichtig. In diesem Vergleich ist FYRST BASE die stärkste Empfehlung für diesen Bedarf.

Wichtig: Nicht alle Neobanken akzeptieren Kapitalgesellschaften. Vor der Eröffnung sollte das direkt beim Anbieter geprüft werden.

Was kostet ein Geschäftskonto für eine GmbH im Durchschnitt?

Die monatliche Grundgebühr liegt je nach Anbieter zwischen 0 € (Neugründungs-Aktionen) und 30–50 € für vollwertige Firmenkonten mit DATEV und Teamzugängen. Hinzu kommen Buchungsposten, Karten und Zusatznutzer.

Braucht eine GmbH zwingend ein separates Geschäftskonto?

Ja. Die GmbH ist eine eigenständige juristische Person. Das Stammkapital muss bei Gründung auf ein Firmenkonto eingezahlt werden, und die Buchhaltung erfordert eine klare Trennung von Privat- und Geschäftsfinanzen. Private Konten dürfen für Kapitalgesellschaften von den meisten Banken nicht genutzt werden.

Ist eine DATEV-Schnittstelle wirklich wichtig?

Wenn der Steuerberater oder die Buchhaltungssoftware DATEV nutzt, spart eine native Anbindung erheblich Zeit beim monatlichen Buchungsexport. Ohne diese Funktion müssen Umsätze manuell exportiert und konvertiert werden – ab einem gewissen Buchungsvolumen ein echtes Auswahlkriterium.

Wie aktuell sind die Angaben in diesem Vergleich?

Dieser Vergleich wurde zuletzt am 07.04.2026 aktualisiert. Preise und Konditionen können sich ändern – wir empfehlen, die aktuellen Konditionen vor Kontoeröffnung direkt beim Anbieter zu prüfen.